Testikuläre Samenzellenextraktion

Spermienentnahme aus dem Hoden (Hodenbiopsie)

Enthält das Sperma zu wenig oder keine Samenzellen (Azoo- bzw. Kryptospermie), kann die operative Samengewinnung aus Hodengewebe eine Alternative darstellen.

Als Spezialist für operative Kinderwunschtherapie führe ich die Spermiengewinnung für In-vitro-Fertilisation mittels ICSI-Methode sowohl auf konventionellem Wege (TESE) als auch mikrochirurgisch (Mikro-TESE) durch.

Durchführung von TESE & Mikro-TESE

Die Testikuläre Spermatozoenextraktion (TESE) ist ein minimalinvasiver Eingriff, der in Narkose durchgeführt wird.

Dabei erfolgt die Gewebsentnahme über einen kleinen Einschnitt am Hoden. Die Biopsien, die mittels feinen Instrumenten an mehreren Stellen entnommen werden, untersucht das IVF-Labor anschließend auf befruchtungsfähige Samenzellen. Ist das Ergebnis positiv, werden die Spermatozoen kryokonserviert, um für die In-vitro-Fertilisation mittels ICSI-Methode zur Verfügung zu stehen. Die Operationsstelle wird mit einem selbstauflösenden Faden verschlossen.

Die Durchführung in mikrochirurgischer Technik (Mikro-TESE) erfolgt in analoger Weise. Allerdings kommt bei der Gewebsentnahme ein Operationsmikroskop zum Einsatz, weshalb die Hodenhaut quer eröffnet werden muss. Durch diese großflächige Untersuchung des Gewebes kann meist eine größere Anzahl an Spermien entdeckt und gewonnen werden.

Vorbereitung auf die (Mikro-)TESE

  • Ehe der Eingriff vorgenommen werden kann, erfolgt eine gründliche Abklärung der Gründe der Azoo- bzw. Kryptospermie. Das ist notwendig, um die Erfolgschancen der Entnahme zu ermitteln.
  • Liegen alle Befunde vor, klären wir die Notwendigkeit einer vorbereitenden hormonellen Behandlung.
  • Um die Blutgerinnung nicht zu beeinträchtigen, ist für mindestens eine Woche vor Durchführung auf blutverdünnende Medikamente zu verzichten.

Nachbehandlung

  • Auf den Eingriff sollte eine mindestens drei- bis fünftägige Schonungsphase folgen.
  • Duschen ist in der Regel ab dem Folgetag möglich. Auf Baden und Saunagänge sollten Sie ca. zwei Wochen verzichten.
  • Die Wiederaufnahme der sexuellen Aktivität kann in der Regel ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff erfolgen.
  • Sportliche Betätigung ist ca. vier Wochen nach Durchführung wieder möglich.

Das Wichtigste auf einen Blick

Eingriffsdauer
ca. 30 min

Betäubung
Kurznarkose (Sedo-Analgesie)

Klinikaufenthalt
tageschirurgisch

Arbeitsunfähigkeit
ca. 1 Woche

Kontrolle
Wundkontrolle nach 3 Monaten

FAQ

Welche Komplikationen können auftreten?

Wie bei jedem operativen Eingriff können kleinere Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen auftreten. Die häufigste Nebenerscheinung, ein Bluterguss am Hodensack, löst sich binnen weniger Wochen von selbst auf.

Werden die Kosten der TESE/Mikro-TESE von Krankenkasse oder Zusatzversicherung getragen?

Die Kosten der TESE oder Mikro-TESE werden von österreichischen Krankenkassen und den meisten Zusatzversicherungen nicht übernommen. Für Paare, die sich für den österreichischen IVF-Fond qualifizieren, ist ein Zuschuss möglich.

In welchen Fällen ist die Mikro-TESE der konventionellen TESE vorzuziehen?

Die Mikro-TESE ist ein deutlich aufwendigerer Eingriff, der primär bei Patienten nach erfolgloser konventioneller TESE oder bei hochgradigen Samenproduktionsstörungen zur Anwendung kommt.

Kann der Eingriff mehrfach durchgeführt werden?

Ja, die erneute Durchführung ist grundsätzlich möglich, sollte aber eingehend besprochen werden.

Können mit einem Eingriff mehrere ICSI-Versuche bestritten werden?

Das hängt von der Menge der gewonnenen Samenzellen ab: Konnten viele Spermatozoen gewonnen werden, können mehrere ICSI-Versuche bestritten werden.

Wo wird der Eingriff durchgeführt?

Da zur Durchführung entsprechende technische Ausstattung und Infrastruktur erforderlich sind, operiere ich ausschließlich in der Privatklinik Confraternität.

Beratungstermin vereinbaren

Gerne nehme ich mir Zeit, um Ihre Fragen zur (Mikro-)TESE zu beantworten.